
Bei allen unseren Tätigkeiten ist das Know-how über die Ästhetik integrierter Bestandteil der zahnärztlichen Arbeit.
Die Regeln für die Proportionen zueinander stammen zum Teil noch von den alten Griechen und aus der italienischen Renaissance. Die heutigen Auffassungen der Gesichts- und Zahnästhetik gehen auf Raffael und Leonardo da Vinci zurück. Die Wahrnehmungspunkte innerhalb des Gesichtes werden, sowohl bei Dynamik als auch bei Statik, in Bezug zum Mund, zu den Lippen und zu den Zähnen gesetzt. Der Lichteinfall in den Mundbereich und seine Wirkung auf Zahnfarbe und Zahnform und die Zahnoberflächengestaltung müssen ebenfalls Berücksichtigung finden. Da das Ganze dreidimensional ist kommen auch noch perspektivische Effekte zum Tragen. So ist wie stets der Gesamtzusammenhang zu berücksichtigen.
Gesichtsanalyse
Lachlinie Mund und Zähne
Die Lippen bilden den Rahmen um die Zähne. 
Sieht man beim Lachen sehr viel Zahnfleisch, so hat das den Namen Gymmismile.
In diesem Fall kann mit der minimalinvasiven Methode des Piezo Surgery das Zahnfleisch entfernt und die biologische Breite erhalten werden. Die biologische Breite beschreibt den Abstand, den der Knochen zur Oberkante des Zahnfleisches haben muss.
Lange Zähne oder einzelne quer stehende herausragende Zähne stören ein sympathisches Lachen.
Sind die Zähne zu kurz, so kann es erst gar keine Lachlinie geben. Es erscheint ein dunkler Mundraum beim Lachen.
Stehen die Zähne nicht in der gleichen Linie wie die lachenden Lippen, so sprechen wir von einer negativen Lachkurve.
So ist diese Relation dreidimensional zu beachten.
Rot Weiss Ästhetik
Dies ist die Harmonie vom Zahnfleischverlauf zum Zahn.
Die rote Zahnfleischlinie verläuft in einem Bogen um jeden Zahn. Die Spitze des Bogens stellt die Papille dar. Das Zahnfleisch ist hell rosa und gestippelt.
Störend wirkt rotes, dickes Zahnfleisch, welches auch gerne und schnell blutet. (Parodontitis) Störend wirkt es, wenn das Zahnfleisch an einzelne Zähnen sich zurückgezogen hat und dadurch die Zähne weitaus länger und größer erscheinen (Rezessionen oder Parodontitis). Störend in der Harmonie von rot und weiss ist es, wenn zwischen den Zähnen ein dunkler Schatten erscheint. Dann ist die Papille verloren gegangen. (Parodontitis oder Defekt nach Zahnverlust)
Für dieses alles gibt es eine Therapie:
Rezessionen. Hier wird der Defekt in 4 Stufen eingeteilt. Bei den Stufe 1 und 2 ist die Papille noch erhalten. Diese Defekte sind ästhetisch mit der Pouchtechnik sehr gut zu behandeln, so dass man nach Ausheilung eine komplette Integration erhalten kann.
Bei der Stufe 3 und 4 muss rein funktionell darauf geachtet werden, dass ein festes Zahnfleischband um den Zahn liegt. Dies ist mit den Maßnahmen unter minimalinvasive Zahnfleischtransplantation beschrieben. Die Ästhetik kann dann nur über die Kunststofftechnik, oder Prep- oder Non-Prep-Veneer-Technik behandelt werden.
Vorher / Nachher
Parodontitis
Zuerst muss die Entzündung durch eine Parodontalbehandlung beseitigt werden. Nach der Ausheilung ist das Niveau des dann gesunden Zahnfleisches neu zu beurteilen. Man differenziert die Relation des Zahnes zum Zahnfleisch und den Zahnfleischverlauf.
Fehlt die Zahnpapille, so kann mit Kunststoff oder mit Non-Prep-Veneers, also über den Zahn, das Weiße aufgefüllt werden. Hierbei ist wichtig zu beachten, dass die dadurch beeinflusste Zahnbreite und -Länge in der Gesamtkomposition wieder ein stimmiges Bild abgibt.
Kann man dies mit diesen Maßnahmen nicht erreichen, dann gibt es noch eine Zahnfleischprothese, die täglich vor die Zähne gesteckt wird. Das ist allerdings nur bei ganz stark angegriffenen Verläufen notwendig.
Papillenverlust und Kieferknochenverlust nach Zahnextraktion
Es gibt präventive Maßnahmen, damit so etwas nicht geschehen muss.
Bei der Zahnextraktion wird direkt ein Provisorium eingesetzt, welches so geformt ist, dass sich diese Papillen wieder formen können. Die Maßnahmen die notwendig sind um den Kieferknochen nach einer Zahnextraktion in seiner Höhe und Breite zu erhalten bekannt und im Kapitel Knochenaufbau nach Zahnextraktion dargestellt.
Die Maßnahmen, die zu ergreifen sind, wenn der Defekt einmal eingetreten ist, sind etwas aufwendiger.
Hier kann je nach Situation das Zahnfleisch für das Brückenglied so beschliffen werden, dass die Papille neu geschaffen wird. Ist die Situation größer, wird vorher noch Zahnfleisch transplantiert, um dann anschließend die durch Zahnersatz geführte Ausheilung mit Papillen zu erzielen.
Ist der Knochenverlust bereits eingetreten, ist nicht immer eine völlige Ausheilung möglich. Darum sehen wir es als geeigneter an, es erst gar nicht soweit kommen zu lassen.
Rot Weiss Ästhetik bogenförmiger Zahnfleischverlauf durch die Papille am Zahn
Wir wissen aus den Studien von Tarnow, dass die Papille immer dann stabil bleibt, wenn ein gewisser Abstand vom Zahnkontaktpunkt zum Knochen und Zahnfleischverlauf eingehalten wird. Diesen Zahnkontaktpunkt gilt es wieder aufzubauen, bzw. beim Aufbau zu berücksichtigen. Somit sollte unbedingt sowohl nach einer erfolgreichen Parodontalbehandlung als auch nach einer Zahnextraktion dieser Kontaktpunkt wieder hergestellt werden. Dies kann mit der Kunststofftechnik als auch mit dem Provisorium oder der Brückenkonstruktion geschehen. Dieses Know-how ist in unser Behandlungskonzept integriert.
Zahnfarbe Zahnform Zahnoberfläche Zahnstellung
Die Gründe für eine Farbveränderung des Zahnes können vielfältig sein:
Bei der Therapie gilt es hier als erstes die Ursache zu beheben, um auch den Fortschritt der Veränderung zu stoppen. Das heißt Karies zu entfernen, bei der Wurzelfüllung bis auf Knochenniveau die Wurzelfüllung zu reduzieren, die Überbelastung an den abgebissenen Zähnen zu eliminieren.
Auch wichtig ist, dass die professionelle Zahnreinigung erfolgen muss bevor man die Zahnfarbe beurteilt. Oft reicht schon die veränderte Putztechnik, um auf ein gewünschtes Zahnfarbziel zu kommen. Reicht dies nicht, so sind folgende Behandlungen möglich:
Bleichen des Zahnes oder der Zähne
Vereinzelte in der Zahnfarbe veränderte Zähne werden auch einzeln therapiert. Das heißt in der Zahnarztpraxis werden diese Zähne von den anderen Zähnen durch einen Kofferdam separiert und einzeln gebleicht. Handelt es sich um einen wurzelgefüllten Zahn, so kann das Bleichmittel auch in den Zahn auf die Wurzelfüllung appliziert werden. Wichtig ist hier die Vorbehandlung einer Barriere zur Wurzelfüllung und der zügige Austausch des Bleichmittels, bis die Farbe erreicht ist.
Müssen alle Zähne gebleicht werden, so favorisieren wir das bleichen in der Zahnarztpraxis. Hier kann gezielt der Mundraum abgeschirmt werden, dadurch wird das Bleichmittel auch nicht verschluckt. Außerdem kann auch der Zahnfleischrand separiert werden, weil dieser durch das Bleichmittel gerne gereizt wird.
Bereits nach einer Sitzung von 1-2 Stunden sind die Veränderungen sichtbar.
Das Ergebnis hält umso länger, je besser die häusliche und die professionelle Zahnreinigung ausführt wird.
Kunststofffüllungen
Mit Kunststofffüllungen und einer Deckschicht kann man die Zahnfarbe und die Zahnstellung und Zahnform verändern. Kunststoff hat allerdings nicht so einen brillanten Farbglanz wie Keramik. Die Zahnoberflächenform ist in Keramik außerdem weitaus vielfältiger gestaltbar und kann dadurch das einfallende Licht auf den Zahn vielfältiger reflektieren. Dies wirkt dann noch naturgetreuer.
Non-Prep oder Prep-Veneers
Diese Veneers sind aus Keramik und können den Zahn in seiner Natürlichkeit und Echtheit überzeugend verändern.
Zahnform Zahnstellung Zahnoberfläche
Die Form des Zahns ist von der Natur vorgegeben. Der Zahn reflektiert das Licht mit den Linien und Strukturen, die sich auf seiner Oberfläche erheben. Außerdem ist zu berücksichtigen wie der Zahn in der Zahnreihe aufgestellt ist. Dies ist sowohl aus der Perspektive von Zahn zu Zahn, von Zahn zu Lippen und von Zahn zu Gesicht zu beurteilen. Wenn sich nun ergibt, dass mit Entfernen einer kleinen Kante die Ästhetik optimiert wird, so hat diese kleine Maßnahme oft einen großen positiven optischen Effekt.
Eine weitere kleine Maßnahme besteht im Aufbau einer kleinen Zahnkante. Dies kann mit den Non-Prep-Veneers oder mit Kunststoff erfolgen. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Methode hängen vom Einzelfall ab, insbesondere vom Ausmaß der Korrektur.
So wird mit minimalinvasiven Maßnahmen schnell eine optimierte Ästhetik erreicht.
Sind Maßnahmen größeren Umfanges erforderlich, beispielsweise der Ersatz eines ganzen Zahnes, werden die oben genannten Parameter als Know-how bei der Gestaltung der neuen Zähne eingebracht.
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